Tansania hat keine generelle Reisewarnung – doch bestimmte Regionen sollten Reisende unbedingt meiden. Der aktuelle Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts unterscheidet klar zwischen landesweiten Empfehlungen und dringenden Warnungen für die Mosambik-Grenzregion. Dieser Artikel gibt Ihnen den Stand Mai 2026 mit allen wichtigen Informationen zu Sicherheitslage, Einreisebestimmungen und Gesundheitsrisiken.
Aktuelle Sicherheitslage in Tansania
Die Sicherheitslage in Tansania hat sich nach den gewaltsamen Protesten bei den Wahlen im Oktober 2025 stabilisiert, bleibt aber angespannt. Bei den Unruhen kamen mehrere Menschen ums Leben, die Regierung schaltete das Internet ab und die Versorgungslage war in mehreren Regionen beeinträchtigt. Seit Anfang 2026 hat sich die Lage beruhigt, doch politische Spannungen bestehen weiterhin.
Reisende sollten mit erneuten Demonstrationen und Protesten rechnen, insbesondere in den Großstädten Daressalam, Dodoma und Arusha. Das Auswärtige Amt empfiehlt, politische Versammlungen zu meiden und sich über lokale Medien über die aktuelle Lage zu informieren. Die Sicherheitskräfte sind weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft.
Für Touristen gilt: Die touristischen Zentren wie Sansibar, die Serengeti und der Ngorongoro-Krater sind von den politischen Unruhen weniger betroffen. Dennoch sollten Reisende jederzeit wachsam bleiben und die Hinweise des Auswärtigen Amts beachten.
Reisewarnung des Auswärtigen Amts
Es gibt keine generelle Reisewarnung für Tansania, aber eine dringende Empfehlung, von nicht notwendigen Reisen in die Region Mtwara abzusehen. Das Auswärtige Amt unterscheidet zwischen Sicherheitshinweisen (allgemeine Empfehlungen) und formellen Reisewarnungen (dringende Warnung vor Reisen in bestimmte Gebiete). Für Tansania besteht aktuell ein Sicherheitshinweis mit einer dringenden Empfehlung für die Mosambik-Grenzregion.
Das österreichische Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) stuft Tansania in einem dreistufigen Sicherheitssystem ein. Die Stufen reichen von „Sicherheitsstufe 1 – normale Vorsicht“ bis „Sicherheitsstufe 3 – Reisewarnung“. Für die meisten Regionen Tansanias gilt Stufe 1, für die Mosambik-Grenzregion jedoch Stufe 2 – erhöhte Vorsicht.
Registrierung bei ELEFAND: Das Auswärtige Amt empfiehlt dringend die Registrierung in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland). Diese Registrierung ermöglicht es der Botschaft, Reisende im Notfall schnell zu erreichen und zu unterstützen.
Regionen mit erhöhtem Risiko
Die Grenzregionen zu Mosambik (Mtwara, Ruvuma) gelten als besonders gefährlich und sollten gemieden werden. In der Region Mtwara kam es in den letzten Monaten zu bewaffneten Angriffen durch militante Gruppen, die aus Mosambik einsickern. Auch die Grenzregionen zu Kenia (Tanga, Mara) weisen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko auf.
| Region | Risikostufe | Hauptgründe |
|---|---|---|
| Mtwara | Dringende Reisewarnung | Bewaffnete Angriffe, militante Gruppen aus Mosambik |
| Ruvuma | Erhöhtes Risiko | Grenzregion zu Mosambik, sporadische Gewalt |
| Tanga | Erhöhtes Risiko | Grenzregion zu Kenia, Überfälle |
| Mara | Erhöhtes Risiko | Grenzregion zu Kenia, Loliondo-Konflikte |
| Sansibar | Normale Vorsicht | Touristisches Zentrum, erhöhte Kriminalität |
| Daressalam | Normale Vorsicht | Großstadt, erhöhte Kriminalität |
Terrorismus und Sicherheitsrisiken
In allen Landesteilen Tansanias besteht ein Risiko terroristischer Anschläge, insbesondere in Daressalam und an der Mosambik-Grenze. Die Sicherheitslage in der Region Ostafrika ist seit Jahren angespannt. Terroristische Gruppen wie Al-Shabaab operieren in der Region und haben in der Vergangenheit Anschläge in Tansania verübt.
Mögliche Ziele für terroristische Anschläge sind:
- Hotels und Unterkünfte – insbesondere in touristischen Gebieten
- Botschaften und diplomatische Einrichtungen – in Daressalam
- Märkte und öffentliche Plätze – in Großstädten
- Gotteshäuser und religiöse Stätten – Kirchen und Moscheen
Das Auswärtige Amt empfiehlt, in öffentlichen Plätzen wachsam zu sein, verdächtige Aktivitäten zu melden und große Menschenansammlungen zu meiden. Die tansanischen Sicherheitskräfte haben ihre Präsenz an strategischen Orten erhöht.
Kriminalität in Tansania
Die Kriminalität in Tansania ist landesweit hoch und in den letzten Monaten weiter angestiegen. Neben Taschendiebstahl häufen sich Entführungen mit Gelderpressung, insbesondere in den touristischen Zentren. Die Polizei warnt vor organisierten Banden, die gezielt Touristen ins Visier nehmen.
Die Kriminalitätsrate variiert je nach Region:
| Region | Hauptkriminalitätsformen | Risiko |
|---|---|---|
| Daressalam | Taschendiebstahl, Überfälle, Entführungen | Hoch |
| Arusha | Taschendiebstahl, Motorrad-Diebstahl | Hoch |
| Sansibar | Taschendiebstahl, Überfälle | Mittel bis Hoch |
| Morogoro | Überfälle, Straßenkriminalität | Mittel |
Motorrad-Diebe („Pikipiki“) sind ein wachsendes Problem. Sie fahren schnell an ihren Opfern vorbei und reißen Taschen, Handys und Schmuck weg. Besonders betroffen sind Fußgänger in Daressalam und Arusha.
Sicherheitstipps für Touristen
Nur registrierte Taxis mit weißen Kennzeichen und farbigen Streifen nutzen – keine spontanen Mitfahrgelegenheiten. Die tansanischen Behörden haben ein System eingeführt, bei dem lizenzierte Taxis an weißen Kennzeichen mit farbigen Streifen erkennbar sind. Alternativen wie Uber sind in Daressalam verfügbar und gelten als sicherer.
Weitere wichtige Sicherheitstipps:
- Keine Spaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit – auch in touristischen Gebieten
- Wertsachen im Hotelsafe aufbewahren – nur das Nötigste mitnehmen
- Keine Fotos von Sicherheitskräften oder militärischen Einrichtungen – das kann zu Verhaftungen führen
- Bei Überfall: Keinen Widerstand leisten – Sachen herausgeben und Polizei rufen
- Kopien wichtiger Dokumente – Reisepass, Visum, Flugtickets getrennt vom Original aufbewahren
Einreisebestimmungen und Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Tansania ein Visum – die Beantragung als E-Visa vor der Reise wird dringend empfohlen. Das Visum kann online über das offizielle Portal der tansanischen Regierung beantragt werden. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 3-5 Werktage.
Die wichtigsten Einreisebestimmungen:
| Anforderung | Details |
|---|---|
| Visumpflicht | Ja, für alle deutschen Staatsangehörigen |
| Visumtyp | E-Visa (vor Einreise beantragen) |
| Passgültigkeit | Mindestens 6 Monate über die Reise hinaus |
| Freie Seiten | Mindestens 2 freie Seiten im Reisepass |
| Kinderreisepass | Nicht verlängert, aktuelles Foto erforderlich |
Wichtig: Der Kinderreisepass wird in Tansania nur anerkannt, wenn er nicht verlängert wurde und ein aktuelles Foto des Kindes enthält. Familien sollten dies vor der Reise überprüfen.
Sansibar: Obligatorische Versicherung
Seit dem 1. Oktober 2024 müssen alle Reisenden nach Sansibar eine obligatorische Versicherung über die Zanzibar Insurance Corporation abschließen. Diese Versicherung kostet 44 USD und gilt für 92 Tage. Die Versicherung kann online über das offizielle Portal visitzanzibar.go.tz beantragt werden.
Die wichtigsten Details zur Sansibar-Versicherung:
- Kosten: 44 USD pro Person
- Gültigkeit: 92 Tage ab Einreise
- Anbieter: Zanzibar Insurance Corporation (ZIC)
- Antrag: Online über visitzanzibar.go.tz
- QR-Code: Nach Bezahlung erhalten Sie einen QR-Code, der bei der Einreise vorgezeigt werden muss
Achtung: Eine eigene Auslandskrankenversicherung wird in Sansibar nicht anerkannt. Die obligatorische Versicherung muss zusätzlich abgeschlossen werden. Ohne diese Versicherung kann die Einreise nach Sansibar verweigert werden.
Gesundheitliche Risiken und Impfungen
Malaria besteht in Tansania ganzjährig landesweit, auch in Städten und auf Sansibar – eine Chemoprophylaxe wird dringend empfohlen. Der häufigste Erreger ist Plasmodium falciparum (Malaria tropica), der für über 99% der Fälle verantwortlich ist. Das Risiko besteht unter 1.800 Metern Höhe.
Die wichtigsten Impfempfehlungen:
| Impfung | Pflicht/Empfehlung | Details |
|---|---|---|
| Gelbfieber | Pflicht bei Einreise aus Endemiegebiet | Nicht erforderlich bei Direktflug aus Deutschland |
| Hepatitis A | Dringend empfohlen | Standardimpfung für Tropenreisen |
| Polio | Empfohlen | Auffrischung alle 10 Jahre |
| Tollwut | Empfohlen | Bei Kontakt mit Tieren |
| Typhus | Empfohlen | Bei Reisen abseits touristischer Zentren |
Malaria und Moskitoschutz
Die Chemoprophylaxe mit Malarone oder Doxycyclin ist in Tansania dringend empfohlen – die Expositionsprophylaxe allein reicht nicht aus. Malaria tropica kann unbehandelt tödlich verlaufen. Reisende sollten sich vor der Reise tropenmedizinisch beraten lassen.
Die wichtigsten Maßnahmen zur Malaria-Prävention:
- Chemoprophylaxe: Malarone (Atovaquon/Proguanil) oder Doxycyclin – ab 1-2 Tage vor Einreise bis 7 Tage (Malarone) bzw. 4 Wochen (Doxycyclin) nach Rückkehr
- Imprägnierte Moskitonetze: In allen Unterkünften verwenden, auch wenn Klimaanlage vorhanden ist
- Helle Kleidung: Lange Hosen und langärmlige Shirts in den Abendstunden
- Mückenspray: DEET-haltige Repellents auf unbedeckte Hautstellen
Zusätzlich zu Malaria besteht in Tansania ein Risiko für Denguefieber und Chikungunya. Diese Krankheiten werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Ein konsequenter Mückenschutz tagsüber ist daher ebenso wichtig.
Nahost-Krise und Auswirkungen auf Tansania
Die Krise im Nahen Osten hat seit April 2026 zu deutlich gestiegenen Treibstoffpreisen und kurzfristigen Versorgungsengpässen in Tansania geführt. Die Treibstoffpreise sind in den letzten Wochen um durchschnittlich 15-20% gestiegen, was sich direkt auf Transportkosten und Preise für Güter des täglichen Bedarfs auswirkt.
Für Reisende bedeutet das:
- Wartezeiten an Tankstellen – insbesondere in ländlichen Gebieten
- Gestiegene Transportkosten – Taxi und Busfahrten sind teurer geworden
- Preissteigerungen bei Lebensmitteln – auch in Restaurants und Hotels
- Lieferengpässe – bestimmte Waren können vorübergehend knapp sein
Das Auswärtige Amt empfiehlt, bei der Reiseplanung mit höheren Kosten zu rechnen und genügend Bargeld mitzuführen. Kreditkarten werden in vielen ländlichen Gebieten nicht akzeptiert.
Verkehr und Infrastruktur
Alle tansanischen Fluggesellschaften stehen auf der EU-Luftfahrt-Sicherheitsliste und dürfen keinen Flugverkehr in die Europäische Union durchführen. Dies bedeutet, dass Reisende für Flüge zwischen Europa und Tansania auf internationale Fluggesellschaften angewiesen sind. Inlandsflüge mit tansanischen Airlines sind jedoch möglich und werden von vielen Reisenden genutzt.
Weitere Verkehrshinweise:
- Linksverkehr: In Tansania herrscht Linksverkehr – für deutsche Touristen eine Umstellung
- Straßenzustand: Viele Straßen, insbesondere in ländlichen Gebieten, sind in schlechtem Zustand
- Fährverkehr: Die Fähre zwischen Daressalam und Sansibar hatte in der Vergangenheit schwere Unfälle – nur offizielle Fähren nutzen
- Busunfälle: Schwere Busunfälle sind keine Seltenheit – Überlandfahrten nur bei Tageslicht
Reisezeit und beste Reisezeit für Tansania
Die beste Reisezeit für Tansania ist von Dezember bis März und von Juli bis Oktober – in diesen Monaten herrscht Trockenzeit mit angenehmen Temperaturen. Die Regenzeit von März bis Mai bringt Überschwemmungen und unpassierbare Straßen, insbesondere in ländlichen Gebieten.
| Zeitraum | Klima | Empfehlung |
|---|---|---|
| Dezember – März | Trockenzeit, warm | Ideal für Safari und Sansibar |
| März – Mai | Regenzeit (Masika) | Nicht empfohlen, Überschwemmungen |
| Juni – Oktober | Trockenzeit, kühl | Ideal für Safari (Große Migration) |
| Oktober – November | Kurze Regenzeit (Vuli) | Bedingt empfehlenswert |
Wichtig: Die Monsunregen von Juni bis Oktober betreffen vor allem die Küstenregionen und Sansibar. In dieser Zeit kann es zu starken Regenfällen kommen, die den Strandurlaub beeinträchtigen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Ist es aktuell sicher nach Tansania zu reisen?
Tansania hat keine generelle Reisewarnung, aber die Sicherheitslage ist angespannt. Die politische Situation hat sich nach den Wahlen im Oktober 2025 stabilisiert, jedoch sind erneute Unruhen nicht ausgeschlossen. Die Region Mtwara an der Mosambik-Grenze sollte gemieden werden. Für touristische Zentren wie Sansibar und die Nationalparks gilt normale Vorsicht.
Brauche ich ein Visum für Tansania?
Ja, alle deutschen Staatsangehörigen benötigen ein Visum für Tansania. Die Beantragung als E-Visa vor der Reise wird dringend empfohlen. Der Reisepass muss mindestens 6 Monate über die Reise hinaus gültig sein und mindestens 2 freie Seiten haben. Kinderreisepässe werden nur anerkannt, wenn sie nicht verlängert wurden.
Welche Impfungen sind für Tansania Pflicht?
Eine Gelbfieberimpfung ist Pflicht bei Einreise aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet. Bei Direktflug aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung erforderlich. Dringend empfohlen werden Hepatitis A, Polio, Tollwut und Typhus. Eine Malaria-Chemoprophylaxe wird für alle Reisenden dringend empfohlen.
Was kostet die Sansibar-Versicherung?
Die obligatorische Versicherung für Sansibar kostet 44 USD pro Person und gilt für 92 Tage. Sie muss vor der Einreise über das Portal visitzanzibar.go.tz abgeschlossen werden. Nach Bezahlung erhalten Sie einen QR-Code, der bei der Einreise vorgezeigt werden muss. Eigene Auslandskrankenversicherungen werden nicht anerkannt.
Welche Regionen in Tansania sollte man meiden?
Die Region Mtwara an der Mosambik-Grenze sollte gemieden werden – hier besteht dringende Reisewarnung. Auch die Regionen Ruvuma, Tanga und Mara weisen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko auf. In diesen Gebieten kommt es zu bewaffneten Angriffen und Überfällen. Touristische Zentren wie Sansibar, Daressalam und die Nationalparks gelten als sicherer.
Gibt es eine Reisewarnung für Sansibar?
Für Sansibar gibt es keine Reisewarnung, aber erhöhte Kriminalität. Taschendiebstahl und Überfälle kommen vor, insbesondere in touristischen Gebieten. Seit Oktober 2024 besteht eine obligatorische Versicherungspflicht. Sansibar ist von der dringenden Empfehlung für die Mosambik-Grenzregion nicht betroffen.
Wie sicher ist die Fähre nach Sansibar?
Die Fähre zwischen Daressalam und Sansibar hatte in der Vergangenheit schwere Unfälle. Das Auswärtige Amt empfiehlt, nur offizielle Fähren zu nutzen und keine Überfüllung in Kauf zu nehmen. Alternativ können Inlandsflüge genutzt werden, die als sicherer gelten.
Was ist ELEFAND und warum sollte ich mich registrieren?
ELEFAND ist die Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland des Auswärtigen Amts. Die Registrierung ermöglicht es der deutschen Botschaft, Reisende im Notfall schnell zu erreichen und zu unterstützen. Die Registrierung ist kostenlos und online möglich. Das Auswärtige Amt empfiehlt dringend, sich vor der Reise zu registrieren.